Am 21. 5. 1926 wurde der Antrag auf Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr gestellt, mit der Begründung:

,,Angehörige einer Freiwilligen Wehr bringen mehr Interesse an der Sache auf; unliebsame, hemmende Elemente werden nicht aufgenommen, die Stärke kann deshalb wesentlich niedriger, die Ausbildung intensiver und die Ordnung straffer gehalten werden.

Der Gemeinderat begrüßte den Schritt, beschloss eine Satzung und änderte die seither bestehende Lokalfeuer-Löschordnung: Aufnahme kann ab 20. Lebensjahr geschehen; als Dienstzeit werden 5 Jahre vorgesehen. Nach Ableistung von 10 Jahren braucht der Entlassene keinen Feuerwehrbeitrag mehr zu leisten.
Vorgesehen waren 4 Züge:
I. Steiger und Retter Stärke: 1/24
II. Hydrantentrupp und Schlauchleger 3 Sekt. zu 1/7
III. Spritzenmannachaft 1/22
IV. Flücht- und Wachmannachaft 1/14
darin waren 2 Sanitäter enthalten.

Dazu der Stab: Kommandant, Stellvertreter, Schrift- und Kassenwart, Geräteverwalter, 3 Hornisten = 7 Mann, insgesamt: 95 Mann.

Die L.F.-Ordnung hielt noch weiter fest: Die Eintrittsmöglichkeit besteht zwischen dem 20. und 35. Lebensjahr. Bestimmte Ausnahmen werden berücksichtigt. Nichtbeteiligte aber haben Feuerwehrbeitrag zu entrichten.

Für alle Angehörigen der Wehr ist eine Gesamtuniformierung geplant. Am 4. 9. 1926 erfolgte die Gründung.

Als Kommandant wurde Ludwig Mayer, als Stellvertreter Georg Haug gewählt. Bereits am 11. 9. erfolgte die erste Übung mit 67 Mann; in einer Korpsversammlung am 13. 9. wurden die Statuten angenommen.

Im folgenden Jahre ergänzte und änderte man sie: Der Bereich des auswärtigen Einsatzes wurde auf den Bezirk beschränkt. Die Dienstzeit von 5 auf 10 Jahre erhöht. Bei etwaigem Eintritt eines Zugezogenen dessen seitherige Dienstzeit angerechnet. - Im Ortsbach sind Staufallen einzubauen.

Brand Gasthaus Lamm 1971Der Zuschuss von der Gemeinde betrug für 1927 150 Mark, ab 1928 300 Mark. Zum ersten Einsatz wurde die Wehr bereits am 8. 6. 1927 auf den Grünenberg gerufen, als der Blitz in das Okonomiegebäude Seybold eingeschlagen und gezündet hatte. Nach weiteren kleineren Brandfällen folgte am 10.3.1929 der größere im Bereich des Gasthauses ,,Zum Lamm".

Inzwischen war noch eine Spielmannschaft gebildet worden. Hornist war Eugen Banzhaf, Albert Kühnle und Jakob Nieß die beiden Tambore.

Den vom Korps 1928 gestellten Antrag auf Beschaffung einer Kleinmotorspritze mit 800-Minuten-Leistung lehnte der Gemeinderat ab, dies erneut bis 1932, ,,da die Geislinger Motorspritze angefordert werden kann und nichts kostet". Auch weitere Brände, darunter der Großbrand Scheune von Seiler Preßmar, änderten an dieser Sachlage nichts. Er bewies mindestens, dass es vorteilhaft wäre, jeden Mann an jedem Gerät auszubilden. -Erst als am 3.9.1933 ein erneuter Antrag mit dem Beweis gestellt worden war, dass die alte Spritze absolut unbrauchbar sei, und dass im kommenden Jahr der Bezirkafeuerwehrtag in Gingen stattfinden soll, wurde von der Firma Ziegler, Giengen (Brenz) eine TS 8 um 3224 Mark bezogen. 1930 verlegte man den Ortabach in 50-cm-Röhren. Gesamtkosten 10000 RM. Dabei wurden 6 Schächte für Wasserentnahme durch die Feuerwehr eingebaut. Zum Ausprobieren erschien eine Abteilung der Geislinger Weckerlinie mit einer Motorspritze und holte in Zusammenarbeit mit der Ortsfeuerwehr Wasser aus den Schächten. Die ganze Probe klappte bestens und bewies, dass der Bach für mehr als 6 Schlauchleitungen Wasser liefern konnte.

Zum Kreisfeuerwehrtag am 7.10.1934 erschienen neben dem Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzenden Härdtle und Kreisfeuerlöschinspektor Steiff (beide Geislingen) auch Abordnungen der Nachbarwehren, darunter Geislingen mit ihrer Kraftfahrzeugspritze und Donzdorf und Kuchen je mit ihrer Kleinmotorspritze. Außerdem war die Sanitätskolonne Kuchen in Stärke von 1/18 gekommen. Nach Vorführung von Schulübungen auf dem Platz beim Schulhaus erfolgte der Angriff auf das Gebäude Minderer am Schlageterplatz, der sich dann noch die Wasserparade sämtlicher Spritzen am Mühlbach anschloss. Die Kritik brachte vollste Anerkennung des vorbildlichen Einsatzes.,, Das Können der Wehr ist auf guter Stufe, es vollzieht sich in bester Disziplin und mit tadelloser Ruhe .
Stetig folgte der Verwaltungsrat der Wehr dem Ziel, die Wehr zu uniformieren. Am 10. 7. 1936 konnte mit Befriedigung festgestellt werden: Die gesamte Wehr ist uniformiert!

Im gleichen Jahre vollzog sich auch ein vollkommen neuer Aufbau der Wehr. Sie soll in Zukunft nur noch 2 Züge haben:
1. Zug: Löschzug mit 1 Hydrantenwagen
1 Handdruckspritze
1 mechanische Leiter Stärke: 35 Mann
1 Anstelleiter
Zugführer: Luk. Marchthaler; Stellvertreter: Martin Fischer
II. Zug: Motorlöschzug mit 3 Hakenleitern
1 Hydrantenwagen
1 Kleinmotorspritze
1 mach. Leiter Stärke: 35 Mann
1 Anstelleiter
3 Hakenleitern
Zugführer: Erwin Braun; Stellvertreter: Erwin Ernst

Die Führung bestand aus: 1 Hauptbrandmeister (K.), 2 Oberbrandmeistern (Z.), 5 Löschmeistern und 8 Oberfeuerwehrmännern'
Am 13. 11. 1936 konnte nach der Hauptübung ein stolzer Rückblick auf die ersten 10 Jahre des Bestehens der Wehr getan werden.

Die Ausrüstung ließ nichts zu wünschen übrig. Die Geräte wurden sorgsam gepflegt, durch Reparieren instand gesetzt und durch Neuanschaffungen ergänzt.